3W26 - Teil 1

17.7.2026 - Teil 1 - Damp

Der diesjährige Sommertörn bekommt in Anlehnung an unsere große Auszeit des vergangenen Jahres den Titel 3W26, also '3 Wochen 2026'.

Bereits vor Wochen haben wir begonnen die ersten Ausrüstungen an Bord zu schaffen. Das vergangene Wochenende haben wir an Bord verbracht, um die Vollständigkeit zu prüfen - wir sind bereit! Ungeschickterweise ist jedoch der Skipper am Sonntag dieses Wochenendes mit dem linken Fuß brutal umgeknickt, so dass er spontan große Sorge um den Urlaub hatte und die Woche eine ziemliche Quälerei war. Trotzdem haben wir unsere Vorbereitungen abgeschlossen und sind am Freitagmorgen mit den letzten sieben Sachen unter'm Arm mit dem Bus nach Schilksee gefahren, um unsere Sommerreise anzutreten.

Während in den vergangenen Wochen schwache Winde und hohe Temperaturen vorherrschten, schien sich die Großwetterlage mit unserem Start grundsätzlich zu verändern:  Für den Nachmittag unseres Abreisetages war eine Kaltfront mit viel Wind und Gewitter angesagt. Mit dem wenigen Wind am Vormittag haben wir uns nach Damp durchgehungert.

In Damp waren wir nicht, seit der Sturm den Hafen im Herbst 2023 komplett zerstört hat. Während andere Häfen längst wieder aufgebaut und in Betrieb sind, hat die Verwaltung in Damp ein ziemlich jämmerliches Bild abgegeben und erst im vergangenen Winter überhaupt begonnen, die zerstörten Rudimente zu beseitigen. Noch immer ist von Wiederaufbau kein Anzeichen zu erkennen. Es gibt ein paar verbliebene Stege, und die Kommune als neue Hafenverwaltung setzt alles daran, den Betrieb dieses Teils des Hafens aufrecht zu erhalten. Erste Idee dazu war offensichtlich eine Preiserhöhung um 20 Prozent im Vergleich zu 2023 - etwas fragwürdig, da die Infrastruktur des Hafens nicht mehr das bietet, was vor dem Sturm verfügbar war. So konzentriert sich zum Beispiel das gesamte Feuchtraumangebot nun auf die Anlagen beim Hafenmeister, die entsprechend überbelastet sind.
Das Gewitter blieb aus und wir verbrachten den Rest des Freitags mit dem Sortieren und Verstauen der Dinge, die wir in den Vortagen nur ins Boot geschmissen hatten. Ein Grund für den Vorzug von Damp vor der Fahrt in die Schlei war auch die Pizzeria, die uns am frühen Abend einen leckeren Italienischen Fladen bereitete. Unsere erste Urlaubsnacht erfüllte alle Wünsche: In der Koje schaukelten wir bei geöffnetem Luk in einen erholsamen Schlaf.
Am Samstag sollte es ordentlich pusten. Es war schon vor Abfahrt klar, dass wir den Tag an dem Ort verbringen würden, den wir vortags angesteuert hatten. Wir nutzten die Gelegenheit zum Einkauf einiger frischer Lebensmittel, um am Abend in der Bordküche eine leckere Gemüsepfanne à la Santanita zu bereiten. Der Skipper schonte seinen Knöchel, den er kurz vor der Abreise noch einmal schmerzhaft umknicken musste.

Gegen Mittag erschien der Hafenmeister mit dem Anliegen, dass der Liegeplatz zu räumen sei, weil die Dauerlieger zurückkommen würden - eine ungeschickte Organisation, hatte der Kollege am Vortag doch die Verfügbarkeit des Platzes erklärt. Wir waren etwas traurig über die notwendige Aufgabe des Platzes, denn wir lagen schön mit der Nase im Wind und hatten alle Leinen fein arrangiert; nun würden wir die Zelte abreißen und alles neu einrichten müssen.

Direkt gegenüber in der Pappelallee und in Lee bekamen wir einen alternativen Liegeplatz angeboten. Diese spezielle Situation ermunterte uns zu einem ungewöhnlichen Hafenmanöver: An einer sehr langen Vorleine ließen wir unsere Santanita durch den Wind rückwärts über die Pappelallee in die freie Box treiben, so dass wir am Ende mit dem Heck am neuen Steg festmachen konnten. Auf diese Weise blieb der Bug im Wind und das Tauschen der Box wurde mit kleinstem Aufwand erledigt. Die Maschine haben wir nur sicherheitshalber angeschmissen.

Es war sehr windig. Am Sonntagmorgen sollte es ein paar segelbare Stunden geben, aber der Skipper schlug den Vorschlag der Bordfrau aus, gegen 04:00 Uhr aufzustehen um diese Stunden zu nutzen. Dafür gab es mehrere Gründe: Das Schlaf-Opfer schien unmenschlich, vor allem angesichts des am Abend anstehen kleinen Finales der Fußball-WM, das sich der Skipper gerne ansehen wollte. Dieses begann erst um 23:00 Uhr und nach Verlängerung und Elfmeterschießen wären es dann nur noch zwei Stunden bis 04.00 Uhr - nicht ansatzweise ausreichend für eine erholsame Nacht. Außerdem sollte ein weiterer Ruhetag gut sein für die Regeneration des Fußgelenks. Also beginnt der Urlaub mit einer tüchtigen Dosis Damp.

Bereits vor der Abreise ist der Skipper re-infiziert von Musik ais den 80ern: Edie Brickell gab damals mit der Band 'The New Bohemians' ein Platte 'Ghost of a Dog' heraus, darauf ein paar gute Songs mit trickreichen Gitarrenarrangements. Der Ohrwurm 'Mama help me' hat sich für die ersten Tage des Sommertörns festgebissen. 

Die Sache mit dem Fußball erwies sich als totaler Flop: Das kleine Finale, das mit spektakulär vielen Tore 6 : 4 für England (gegen Frankreich) ausfiel, wurde nicht öffentlich übertragen (Danke, Telekom!) und das eigentlich Endspiel am Abend drauf war stinkend langweilig. Naja, zum Glück hatte die überfinanzierte Kickerei damit ein Ende.

Endlich, am Dienstagvormittag, sollte ein Wetterfenster für eine Weiterreise taugen.....